Bestandteile der Veilchenwurzel und Anwendung laut Köhler

Iris florentina L Buchseite 4
Seite 4 über die Schwertlilie aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen.
Achtung: Der Text stammt aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen Handbuch, einem Buch über Heilpflanzen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Der Text über Bestandteile und Anwendung von Teilen der Schwertlilie dürfte damit nicht dem aktuellen (modernen) Wissenstand entsprechen.

Bestandteile. Die Veilchenwurzel enthält nach Vogel: ein bei gewöhnlicher Temperatur festes, veilchenartig riechendes ätherisches Öl (Oleum Iridis), scharfes WEichharz, Extraktivstoff mit Gerbstoff, Gummi, Stärkemehl und Faserstoff. Nach Dumas besteht dsa durch Destillation mit Wasserdampf und Umkrystallisieren aus Alkohol in einer Menge von 0,1-0,8 % gewonnene ätherische Öl resp. Stearopten (Iriskampfer) aus weißen, perlmutterglänzenden Schüppchen von der Zusammensetzung C4H8O und besitzt nach Marais und Martin einen Schmelzpunkt von 32 Grad. Flückiger hat 1876 den Nachweis geliefert, dass der Veilchenwurzelkampfer aus Myristinsäure C44H28O2 besteht, welche mit einer sehr geringen Menge des sich erst beim Trocknen bildenden ätherischen Irisöles getränkt ist. Die Myristinsäure soll nach der Meinung Flückigers »von einem Fette herrühren, welches bei lange fortgesetzter Destillation durch die Wasserdämpfe zerlegt wird.« Ein von eisengrünendem Gerbstoff begleitetes, kratzend schmeckendes Harz wird durch Anwendung von Schwefelkohlenstoff gewonnen (Husemann, Pflanzenstoffe 410.).

Anwendung: Man benutzt das Pulver des angenehmen Geruchs wegen zum bestreuen der PIllen, zu Zahnpulver und zu Parfümeriezwecken. Ausgesuchte und besonders zubereitete Stücke werden den Kindern zum Daraufbeissen beim zahnen gegeben, was Husemann als eine alte, mehr und mehr abkommende Unsitte bezeichnet. Letzterer sagt von der Veilchenwurzel: »Obschon man der (frischen) Iriswurzel antiseptische und expectorierende Wirksamkeit vindicirt hat, hat dieselbe doch jetzt kaum eine andere Bedeutung als eine pharmazeutische, indem man sie ihres höchst lieblichen Geruchs wegen als Streupulver für Pillen und als Corrigens odoris für Pulver, insbesondere Waschpulver, Streupulver, Niespulver und Zahnpulver, verwendet.« (Husemann, Arzneimittell. 410).

Es folgen Hinweise zu Literatur und Quellen, auf die sich bezogen wurden.

Inhaltsverzeichnis – Köhler’s Medizinal-Pflanzen über die Schwertlilie: