Beschreibung der drei Irisarten bei Köhler

Iris Florentina L.

Veilchenwurz, Florentinische Schwertlilie – Iris de Florence – Iris, White Flag

Iris florentina l Buchseite 1
Seite 1 aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen über die Iris florentina.

Beschreibung: Wurzelstock 4-6jährig, kriechend, einfach oder verzweigt, mehrfach eingeschnürt, in Folge dessen deutlich gegliedert, im Querschnitt ellipisch, geringelt, auf der Unterseite bewurzelt. Stengel bis 60 Ctm. lang, fast walzenrund, mit einem kleinen, stengelumfassenden, schmallanzettlichen Blatte versehen. Grundständige Blätter in unbestimmter Anzahl, fächerförmig-2zeilig, reitend, schwertförmig, spitz, bläulich bereift. Blüten am Ende des Stengels in der Achsel von laubartigen, blaugrünen, nur am Rande trockenhäutigen Deckblättern, gross, wohlriechend. Perigon weiss, einfach, oberständig, sechsteilig; Röhre dreiseitig, grün, von der Länge des Fruchtknotens; die Abschnitte zart, bläulich-weiss, am Grunde mit braunen Adern, länglich-verkehrt-eiförmig, die 3 äußeren erst aufsteigend, dann zurückgeschlagen, vom Grunde an bis zur Mitte mit einem linienförmigen Bart weisslicher, oben gelber Zottenhaare (Papillen) besetzt, die 3 inneren etwas kleiner und schmäler, aufrecht gegeneinander geneigt, blasser. Staubgefäße 3, mit der Kronenröhre verwachsen, am Schlunde frei, zwischen den äußeren Kronenabschnitten und den Narben stehend. Fäden pfriemlich, etwas platt, blassbläulich; der linienförmige Staubbeutel an der Basis angeheftet, mit pfeilförmigem Grunde, der Länge nach aufspringend.

Iris Florentina L.
Die Florentinische Schwertlilie aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen Buch.
Pollen gelblich-weiss, elliptisch, mit netzartiger Oberfläche, unter Wasser rundlich. Fruchtknoten unterständig, länglich, stumpf-dreikantig, dunkelgrün, dreifächerig; Fächer zweireihig-vieleiig. Eichen der dem Centrum des Fruchtknotens zugekehrten Seite des Faches angeheftet, gegenläufig. Narben 3, blumenblattartig, in der Mitte am breitesten, mit spitzen, vorgestreckten, geraden Lappen der Oberlippe, blassbläulich, nach außen gebogen, mit sägezähnigen Lappenrändern. Fruchtkapsel schwach dreikantig, dreifurchig, lange geschnäbelt, vielsamig. Der zusammengedrückte Same mit starker, glänzend-brauner Samenschale und hornartigem Eiweiß.

Vorkommen: Auf Hügeln und steinigen Bergen im südlichen Europa, bis Krain und Tirol, namentlich auf der Balkanhalbinsel und den südwestlichen Küsten des Schwarzen Meeres. In Italien ursprünglich nicht einheimischen, aber vielfach angebaut (Florenz und Lucca), jedoch nicht so häufig als die beiden folgenden Arten.

Blütezeit: Mai, Juni

Iris Pallida Lam. - Bleiche Schwertlilie
Die Bleiche Schwertlilie aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen.
Iris pallidal Lam. (Iris odoratissima Jacq.), der Iris Florentina L. ähnlich, ist eine 30-60 Ctm hohe Lilie mit breit-schwertförmigen, spitzen Blättern. Blütenstengel von der doppelten Länge der Blätter; die Deckblätter schon vor dem Aufblühen gänzlich trocken und braun. Die wohlriechende, bis 12 Ctm. im Durchmesser haltende Blüte zart blassblau, mit am Grunde braun geaderten Abschnitten. Die 3 äußeren Kronenabschnitte zurückgeschlagen, verkehrt-eiförmig, ganz oder ausgerandet, ganzrandig, mit ebenem oder schwach wellenförmigem Rande. Die 3 inneren Abschnitte aufrecht, elliptisch-verkehrt-eiförmig, plötzlich rinnenförmig in den Nagel zusammengezogen. Staubbeutel kürzer als die Fäden. Narben in der Mitte verbreitert, mit eiförmigen, stumpfen, gerade vorgestreckten Lappen der Oberlippe.

Vorkommen. Orient und Südeuropa. In Italien (Florenz und Lucca) vielfach angebaut und in Olivenhainen daselbst verwildert.

Blütezeit: Mai, Juni.

Iris Germanica aus Köhler's Medizinal-Pflanzen Handbuch
Iris germanica L. – Deutsche Schwertlilie
Iris germanica L. Eine 30-100 Ctm. hohe Pflanze mit breit schwertförmigen, meist sichelförmig gebogenen, ganzrandigen, spitzen, grünen Blättern und von der Mitte ab trockenhäutigen Deckblättern. Die Blütenstengel überragen die Blätter um die Hälfte. Blüten schwach riechend; röhre dreiseitig, grün, mit 3 breiten, bräunlich-lilaroten Streifen, von der doppelten Länge des Fruchtknotens. Äußere Kronenabschnitte verkehrt-eiförmig, zurückgeschlagen, ausgerandet, wellenförmig gekerbt, dunkelviolett, am Grunde gelblich-weiss und braun violett geadert, mit dottergelben Zottenhaaren. Innere Abschnitte rundlich-verkehrt-eiförmig, plötzlich rinnenförmig in den Nagel verschmälert, ganz oder ausgerandet, ganzrandig, etwas heller als die äußeren Abschnitte. Staubbeutel so lang als die Fäden. Narben im oberen Teile am breitesten. Lappen der Oberlippe am äußeren Rande sägenartig, von einander abstehend.

Vorkommen. Auf trocknen Standorten durch MIttel- und Südeuropa, namentlich im Mittelmeergebiet einheimisch, auch in Nordindien. In Deutschland zerstreut vorkommend. Durch Cultur über die gemäßigten Länder Europas bis nach Südengland verbreitet.

Blütezeit. Mai, etwas früher als die vorhergehenden.

In Nordamerika tritt an Stelle der eben beschriebenen 3 Irisarten die durch die vereinigten Staaten Nordamerikas und Canada verbreitete Iris versicolor L. (Blue flag). Ihr Rhizom hat Ähnlichkeit von dem der Florentina sowohl was die Form anbelangt, als auch in Bezug auf Geruch und Geschmack.

Inhaltsverzeichnis – Köhler’s Medizinal-Pflanzen über die Schwertlilie: