Anatomische Beschreibung der drei Irisarten

Iris florentina L. Buchseite 2
Zweite Seite im Medizinal-Pflanzen Buch über die Schwertlilie.

Anatomisches. Der horizontal liegende, graubräunliche, am vorderen Ende Stengel, Blätter und Reste abgestorbener Blätter tragende Wurzelstock besteht aus einander gereihten, durch Einschnürung gekennzeichneten Jahrestrieben, welche mit ringsum laufenden Blattnarben reichlich besetzt sind. Ein wesentlicher Unterschied der Wurzeln der einzelnen Arten besteht nicht, als dass höchstens der Wurzelstock der Florentina stärker, mehr gegliedert und weniger geringelt ist.

Hiermit nicht ganz übereinstimmend gibt Berg über die 3 Wurzeln folgende Charakteristik: »Die Wurzelstöcke von I. pallida sind knolliger, länger, stärker und verästelter als die von I. florentina, sie erhalten aber bei uns gezogen, beim Trocknen nicht die feste Consistens der Droge des Handels, sondern werden schwammig, obgleich sie sonst denselben starken Veilchengeruch annehmen. Die Wurzelstöcke der I. germanica L. sind glatt-cylindrisch, fein geringelt und weniger knollig.«

Der elliptische Querschnitt des Wurzelstocks zeigt eine aus ziemlich dickem Korke bestehende Außenrinde mit in der Außenschicht braun gefärbten Zellen und eine aus farblosem, getüpfeltem Parenchym zusammengesetzte Mittelrinde, deren Zellen im Querschnitt etwas gedrückt, im Längsschnitte gestreckt erscheinen udn von Stärkekörnern angefüllt sind. Zwischen den Zellen liegen vereinzelt, sehr lange, von zarten Schläuchen umschlossene, vierseitig-prismatische Krystalle aus Calciumoxalat. Die Rinde besitzt nur wenige Gefäßbündel. Die Kernscheide zeigt auf der unteren Seite, woselbst sie deutlich asugebildet ist, tangential gestreckte Zellen mit unmittelbar nach innen anschließenden Gefäßbündeln, während sie auf der oberen Seite unterbrochen erscheint und bloß durch vereinzelt auftretende, horizontal verlaufende Gefäßbündel angedeutet wird. Das Holz besteht aus rundlich-polyedrischen Parenchymzellen, zwischen denen die Gefäßbündel sehr spärlich eingestreut sind und die in der Rindenschicht vorkommenden Krystalle beobachtet werden. Die Gefäßbündel zeigen im Inneren einen Strang sehr dünnwandiger Holzzellen, der von netzförmigen Gefäßen und Treppengängen umgeben ist.

 

Inhaltsverzeichnis – Köhler’s Medizinal-Pflanzen über die Schwertlilie: