Köhler’s Medizinal-Pflanzen zum Thema Veilchenwurzel

Koehler's Medizinal-Pflanzen Titelbild
Titelbild des bekannten Handbuchs über Heilpflanzen.

Die Veilchenwurzel bzw. die Schwertlilie ist auch in Köhler’s Medizinal-Pflanzen, einem der bekanntesten Handbücher der Heilpflanzen des ausgehenden 19. Jahrhunderts beschrieben.

Dabei werden gleich drei Arten der Schwertlilie in Text aber eben auch in Bild vorgestellt. Es handelt sich um die Iris Florentina, die Iris pallidal und die Iris germanica.

In dem Handbuch werden nicht nur die drei Pflanzen und ihre Blüten genau beschrieben, sondern natürlich auch die Wurzeln. Der Autor geht dann auch auf die Namensgebung ein (Name und Geschichtliches) und beschreibt dann genau die ihm bekannten Bestandteile (ätherische Öle u.a.) und die Anwendungsmöglichkeiten der Veilchenwurzel. Hierbei werden auch ihre Einsatzmöglichkeiten bei zahnenden Kindern erwähnt. Allerdings hat der Autor auch eine Quelle gefunden, die die Wirkung auf zahnenden Kindern eher anzweifelt.

Iris Florentina L.
Florentinische Schwertlilie.

Immerhin wird die Wirkung auf die Zähne nicht nur bei Anwendung aufgeführt, sondern es findet sich im Abschnitt Namen und Geschichtliches zur Veilchenwurzel ebenfalls Hinweise auf diesen Einsatzzweck, so wird auch erwähnt, dass laut Brunfels das Wasser der destillierten Veilchenwurzel in den Mund genommen gegen Zahnweh helfe. Man liest übrigens auch, dass die Veilchenwurzel und ihre Wirkung auf die Zähne schon dem alten Römer Plinius bekannt war. Da die Veilchenwurzel aber wohl erst mit Karl dem Großen in den nördlicheren Teil Europas kam, war sie den alten Germanen zu Zeit von Plinius und Julius Caesar aber wohl nicht bekannt.

Vollständiger Titel des Heilpflanzen-Handbuchs

Köhler’s Medizinal-Pflanzen, vollständiger Titel:

Köhler’s Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Atlas zur Pharmacopoea germanica, austriaca, belgica, danica, helvetica, hungarica, rossica, suecica, Neerlandica, British pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharmacopoeia of the United States of America.

Handbuch in mehreren Bänden – Veilchenwurzeln in Band 2

Iris Pallida Lam. - Bleiche Schwertlilie
Bleiche Schwertlilie.

Das Handbuch umfasst gleich mehrere Bände (drei sind wohl erschienen, ein vierter war geplant). Der Abschnitt über die Schwertlilienarten, die für die Veilchenwurzel verwendet werden, befindet sich hierbei in Teil 2. Insgesamt 400 Arzneipflanzen werden in dem Atlas nicht nur erläutert, sondern auch illustriert. Die beigefügten Monographien beinhalten ausführliche Angaben zur Botanik und zur medizinischen Wirksamkeit der betreffenden Pflanze. Ergänzt werden die Texte durch hochwertige Chromolithografien, die sowohl durch ihre grafische Qualität als auch Detailtreue überzeugen und sämtliche Merkmale der jeweiligen Art wiedergeben. Daher werden die Abbildungen auch heute noch gerne zur Erläuterung der Pflanze referenziert.

Das Handbuch selbst basiert auf eine Arbeit von Hermann Adolph Köhler (geboren 1834, gestorben 1879, deutscher Mediziner und Chemiker). Nach dem Köhler starb, der dem ganzen Werk aber sein Namen verlieh, wurde das Handbuch dann von Gustav Papst ausgearbeitet. Der Name findet sich auch auf dem Titelblatt wieder.

Veröffentlicht wurde dieses Werk vom botanischen Verlag Franz Eugen Köhler über einen Zeitraum von 1883 bis 1914 in Gera in dreibändiger Ausgabe. Die erste vollständige Ausgabe erschien 1887.

Die Veilchenwurzel findet sich dabei unter Iris Florentina L. in Band 2 von Köhlers’s Medizinal-Pflanzen wieder.

Köhler’s Medizinal-Pflanzen Bibliography

Veilchenwurz Florentinische Schwertlilie. Iris de Florence. Iris. White Flag.
Beginn des Artikels über die Schwertlilie bei Köhler’s Medizinal Pflanzen. Zunächst wird die Pflanze ausführlich beschrieben.

Der Artikel hat folgende Überschriften: Iris Florentina L.

Veilchenwurz, Florentinische Schwertlilie – Iris de Florence – Iris, White Flag

Iris Germanica aus Köhler's Medizinal-Pflanzen Handbuch
Deutsche Schwertlilie

Dann folgt eine längere Beschreibung der Pflanze und ihrer Wurzel, Hinweise zu Vorkommen und Blütezeit. Dann wird die Iris pallidal Lam. beschrieben (Die bleiche Schwertlilie (Iris pallida), auch blasse Schwertlilie oder dalmatinische Iris, ist eine endemische Bartiris der Küstenhochlagen Dalmatiens in Slowenien, Kroatien, Montenegro und der Herzegowina) und dann noch die Iris germanica L. (Die deutsche Schwertlilie (Iris ×germanica), auch Ritter-Schwertlilie und blaue Schwertlilie genannt, ist eine Hybride und gehört zur Gruppe der Bartiris.). Nach dem alle drei Arten mit Beschreibung, Vorkommen und Blütezeit vorgestellt worden sind und noch ein ganz kurzer Exkurs über Irisarten in Nordamerika folgt, geht es an die Abschnitte Anatomisches, Name und Geschichtliches, Offizinell, Bestandteile, Anwendung, Literaturhinweise und drei Bildtafeln.

Im Abschnitt Name und Geschichtliches zur Veilchenwurzel finden sich auch gleich mehrere auch ältere Bezeichnungen für die medizinisch genutzte Wurzel der Schwertlilie wieder:

  • Veielwurz (sic!)
  • Violenwurzel
  • Blau Gilgen
  • Blaue Schwertel

Inhaltsverzeichnis – Köhler’s Medizinal-Pflanzen über die Schwertlilie: